Was wir in der Krise lernen könnten (23)

Jetzt beginnen wir also mit dem Wiederaufbau – wovon eigentlich? Spaziert man durch die Stadt oder fährt man über das Land, so grünt und blüht es allerorten. Keine Trümmerfrauen, die Schutt wegräumen. Keine zerbombten Gebäude.

Vielleicht wird hier die Kriegsmetapher vom Wiederaufbau (zerstörter Infrastruktur) für das Wiederaufsprerren von Schulen und Heurigen strapaziert? Der Billa war ja nie geschlossen, auch nicht wegen Klopapier- und Germmangels.

War da nicht eine Meldung vom Wiederaufbau der Autokinos? Nur unter der Bedingung, dass die Autos 1 Meter Abstand zum Vordermann einhalten, versteht sich. Das könnten wir auch gleich für den Straßenverkehr lernen.

Oder soll die AUA als unwirtschaftlich-defizitärer Luftverschmutzer wieder aufgepeppelt werden – natürlich mit sehr viel Steuergeld, damit unsere Berufspolitiker schon bald wieder zu ihren täglichen Sitzungen nach Brüssel und Straßburg pendeln können.

Die Billigflüge nach Ibiza werden jedenfalls nicht so bald wieder aufgebaut. Denn die Kurzarbeiter sollen ihre Kurzurlaube ab nun in Kärnten verbringen, wo sie sich ebenso gut besaufen können. Das hilft wenigstens dem Wiederaufbau der Tourismus-Industrie im Lande.

Was wir in der Krise lernen könnten (22)

Auch für Minister und solche, die gern so etwas sein möchten, gibt es noch etwas zu lernen. So kann man nicht einfach, dh. ohne jegliche Fachkompetenz und jegliches Netzwerk in der „Szene“ Minister sein, auch wenn man eine Frau ist und beste Kontakte zum Chef hat.

Das Mindesterfordernis für einen solchen Posten ist ein PR-Beraterstab – wie es der türkise Regierungsflügel jeden Tag demonstriert.

Was wir in der Krise lernen könnten (21)

Chefs lernen gerade, dass Mitarbeiter auch dann arbeiten, wenn sie ihnen nicht unentwegt im Nacken sitzen oder auf die Finger schauen. Könnte es gar sein, dass Anwesenheit nichts mit Leistungsbereitschaft zu tun hat?

Unterdessen mehren sich die Stimmen, die auch „nach der Krise“, also weiterhin HomeOffice fordern. Schließlich könne man ja auf einen Kaffee oder zum Jour fixe immer noch ins Büro kommen. Aber ungestört und konzentriert arbeiten geht im Büro am wenigsten (vorausgesetzt, zuhause toben nicht die Kinderlein).

Was wir in der Krise lernen könnten (20)

Es wurden 1.432 Personen getestet – eine davon war Corona-positiv. Das entspricht 0,05 Prozent. Hochgerechnet sind das 3.400 Corona-Positive in Österreich (oder maximal 11.000).

Die Arbeitslosenquote stieg im April auf 12,8 Prozent. 571.477 Personen waren im April arbeitslos.

Daraus lernen wir, dass wir beim U-Bahn-Fahren oder Einkaufen 286 Corona-positiven Arbeitslosen begegenen können, gleichmäßig über ganz Österreich verteilt.

Was wir in der Krise lernen könnten (19)

Gestern auf dem Gemüsemarkt. Es ist 15 Uhr. Ab sofort „alles billiger!“ „1 Euro pro Kilo!“

Und schon eilen aus allen Richtungen (und allen Gemeindebauten) Frauen in schwarzen Trachten herbei, um noch schnell ein billiges Kilo Tomaten zu erheischen. Es wäre die ganz normale Jagd nach dem Schnäppchen, würde sich nicht ein Marktaufseher mit seinem Megaphon durch die Menge drängen und wie ein Endlosband in der Telefon-Warteschleife ständig wiederholen „Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, 1 Meter Abstand zu halten!“

Am Rande des Geschehens stehen drei Polizisten und stecken ihre Köpfe zusammen, damit sie sich durch ihre Masken hindurch besser verstehen können. Auch sie haben mittlerweile gelernt, dass unsere Konsumwut stärker ist als unsere Angst vor unsichtbaren Viren.